3 x
HOHNERAKKORDEON
frühere Hohner-Spitzenqualität:
ATLANTIC III (ca. 1945)

JJD14.31.006 475 761
ATLANTIC IV (ca. 1950)
JJD14.31.005 839 906
Organola IVP (1980/81)
JJD14.31.006 334 291

1. Atlantic III

-Serie aus Morino-Zeiten (Bauart noch nicht im Hohnerkatalog erfasst, daher vor 1950).
-Alter erkennbar an Diskantregistern der Morino M.
-Mit besten Hohnerstimmplatten aus den M-Morinos: ARTISTE silber.
-Ältere Bauart der Registermechanik im Diskant (Stößeltechnik).
-Holzkorpus seitlich Diskant- und Bassseite, spätere Ausführungen voll Metallkorpus. Innenraum bereits Alu.
-Balgecken goldfarben.

Voller Hohnerklang, obwohl 3-chöriger Diskant mit kräftigen tiefen Tönen!
Bass 4-chörig, schwere und dicke Stimmplatten erzeugen kräftige Bässe.
Die Stimmstöcke für hohe und tiefe Töne sind getrennt.
Im Diskant sind die drei Stimmstöcke mit den tiefen Tönen doppelt gebrückt.
Dadurch übertragen sich die Schwingungen auf die anderen Stimmstöcke.
Der Klang wird dadurch erheblich voller.
Bei der Aufnahme Demo-2 zum Bass ist zur besseren Beurteilung eine
Wiedergabe über Kopfhörer erforderlich.
Durch das Rollo verdoppelt sich die Klangvielfalt des Instruments.
Bei dieser "alten" Atlantic III hat man kaum das Gefühl, es mit einem "nur"
dreichörigen Instrument zu tun zu haben. Trotz Rollo und sehr massiven Bass-Stimmplatten auch nur ein Gewicht von ca. 9 kg.

Weitere Bilder:


Wird vor dem Einpacken noch einmal überpoliert!


Schieber hinten für Diskant-Rollo!

Die Fotos aus dem Innenraum:

Holzkerntasten mit dem unverwüstlichen gestreiften Überzug der MorinoM-Serien:


mit der berühmten unverwüstlichen gestreiften Auflage
- wie bei der Morino M !

Diskant 41 Tasten (Holzkern), 3-chörig
5 Klangfarben (x2 -Rollo offen oder geschlossen)
9 Diskantregister in Holzausführung wie Morino M
3 x 2 Diskantstimmstöcke aus Holz

3 Bassregister
(voller, tiefer 4-chöriger Bass -
2 x 2 Bassstimmstöcke aus Holz (s. Fotos).

Detailfotos:


Bei geschlossenem Diskantrollo vollständig gedämpfter Diskant, da auch die Registerleiste vollständig geschlossen ist. Eine später kaum noch so erreichter kompletter und dichter Abschluss des Schallraums unter dem Verdeck.
Spätere Atlantic IVN z.B. nur mit einer offenen "Resonanzhaube"
im oberen Klappenbereich.


Einzeln montierte Tasten, jedoch Diskantmechanik mit Stößeln! Klappenfilze erneuert!

Tastenhub verkleinert für schnelles und geräuscharmes Spiel.

Diskant:
Beste Stimmplatten ARTISTE silber -breiter Nietkopf, breiter Stimmzungenfuß.

-3 x 2 Holzstimmstöcke


Doppelt gebrückte Stimmstöcke im Diskant bei den "Teilstimmstöcken" für den tiefen Bereich.


Strickte Trennung der hohen und tiefen Töne durch getrennte und eigens geformte Stimmstöcke.
3 x 2 Holzstimmstöcke! Die Brücken für die tiefen Töne lassen andere Töne mit entsprechender Eigenresonanz mitschwingen. Dadurch wird der Ton voller und stärker. Man spürt beim Spiel auch, dass das gesamte Instrument mitschwingt. Sehr massive und dicke Stimmplatten auf der Bassseite für die Bassreihe der Grundbässe.

Bass:
2 x 2 Holzstimmstöcke


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2. Atlantic IV
(größere "Schwester" der Atlantic III)

-Serie aus Morino-Zeiten (Bauart auch noch nicht im Hohnerkatalog erfasst, deshalb und wegen der "Geschichte" zum Instrument vor 1950)
Auf diesem Instrument sollen "Die Beine von Dolores" komponiert worden sein. Der Vorbesitzer aus Bochum (aus Erstbesitz erstanden) hat in einem Wettbewerb mit seinem Lied gewonnen und leider für 500 DM alle Rechte daran abgetreten. 1951 kam der Schlager dann "groß heraus".
Das Instrument besitzt schon die modernisierte leichter abnehmbare Registermechanik im Vergleich zur beschriebenen Atlantic III, ist aber auch mit einem baugleichen dichten Diskantrollo ausgestattet.

Ausgestattet mit den damals besten Hohnerstimmplatten aus den M-Morinos: Beste ARTISTE gold (bzw. die AE-Platten gold), hier erkennbar an dem mittleren Punkt mit seitlichem kleinen Punkt und goldeloxierten Stimmplatten.
Immer noch der klanglich bessere Holzkorpus seitlich an Diskant und Basskorpus, spätere Ausführungen voll in Metallausführung.
Balgecken goldfarben, hier leider aber auch schon seitlich stärker angegriffen als bei der älteren Atlantic III.

Voller Hohnerklang mit Doppeltremolo in der mittleren Oktav!
Klanglich etwa wie die Atlantic III, wenn man die entsprechenden Register ohne das Doppeltremolo schaltet (diese Möglichkeit besteht hier, anders als z.B. an den 4-chörigen Verdi-Instrumenten). 4-chörig gespielt natürlich noch etwas vollerer Klang im Diskant.
Bass 4-chörig, schwere und dicke Stimmplatten erzeugen kräftige Bässe.
Die Stimmstöcke für hohe und tiefe Töne sind auch hier alle getrennt.
Im Diskant (4 x 2 Stimmstöcke in Holz) sind die Stimmstöcke mit den tiefen Tönen doppelt gebrückt (siehe Fotos).
Dadurch übertragen sich die Schwingungen auf die anderen Stimmstöcke.
Der Klang wird dadurch zusätzlich erheblich voller.
Bei der Aufnahme Demo-2 zum Bass ist zur besseren Beurteilung eine
Wiedergabe über Kopfhörer erforderlich.
Durch das Rollo verdoppelt sich die Klangvielfalt des Instruments.
Bei dieser 4-chörigen Atlantic IV mit immer noch geringem Gewicht von nur 9,9 kg (ohne Schulterriemen, aber mit Rollo und sehr massiven Stimmplatten),
sucht man vergeblich nach einer positiven Entwicklung im Akkordeonbau
(wie heute so oft in den Beschreibungen neuer Instrumente hervorgehoben wird).

Weitere Bilder:

Wird vor dem Einpacken noch einmal überpoliert!

Schieber hinten für Diskant-Rollo!


Neue breite Gurte mit Quergurt für 60 Euro,
die Gurte an der Atlantic III sind aber auch noch sehr gut,
die Volklore-Riemen der Organola IVP sind besonders schön:

Die Fotos aus dem Innenraum:

Holzkerntasten mit dem unverwüstlichen gestreiften Überzug der MorinoM-Serien:

mit der berühmten unverwüstlichen gestreiften Auflage
- wie bei der Morino M !

Diskant 41 Tasten (Holzkern), 4-chörig
7 Klangfarben
11 Diskantregister (mit Wiederholung)
4 x 2 Diskantstimmstöcke aus Holz

3 Bassregister
(voller, tiefer 4-chöriger Bass -
2 x 2 Bassstimmstöcke aus Holz (s. Fotos).
Bassseite wie Atlantic III !
Hier neuere aufgesetzte Kennzeichnungen "HOHNER" und "ATLANTIC IV"

Detailfotos:


Bei geschlossenem Diskantrollo vollständig gedämpfter Diskant, da auch die Registerleiste vollständig geschlossen ist. Vergleiche: Atlantic III !

Einzeln montierte Tasten, Diskantmechanik leicht abnehmbarmit Schaltwerk außen! Klappenfilze erneuert!
Klavishebelführung doppelt (von oben und unten mit Wechselgummis)

Tastenhub verkleinert durch Montage neuer Anschlagfilze
(Foto: Demontage, Reinigung):

Neuer Tastenhub, hochwertigste Tastenbeschichtung (wie Morino M) auf Holzkerntasten:


Goldeloxierte Hohner-Stimmplatten höchster Qualität, wie sie auch in der Morino verbaut wurden.
Bei Hohner war der Qualitätsstandard früher bei allen Modellreihen gleich, die Instrumente unterschieden sich nur in der Größe und Auslegung (Chörigkeit, mit/ohne Cassotto). So war die Qualität der alten Atlantic nicht anders als die Qualität der Morino M, letztere hatte dann 2 Diskantchöre im Cassotto. Man experimentierte auf der Bassseite mit Cassotto, Winkelbass, 4-/5-chöriger Auslegung usw., jedoch stets bei vergleichbar gutem Qualitätslevel. Die großen Instrumente erhielten dann die Artiste-Stimmplatten (gefolgt von den AE-Stimmplatten),
die Verdis z.B. erhielten H-Stimmplatten. Auf der Bassseite wurden meist die großen Stimmplatten mit T-Mensur eingebaut, diese Atlantic IV jedoch bekam im Bass ebenfalls den Artiste-Nachfolger, also AE-Stimmplatten.

Dann gab es mit der späteren Organola IV P und Organola de Luxe die Wahl der Bugari-Stimmplatten im Diskant (für die tragenden Tonreihen: 3 Stimmstöcke, eine Reihe mit H-Mensur), Bass 5-chörig, mal mit Winkelbass mal ohne.

Diskant:
Beste Stimmplatten ARTISTE gold bzw. Nachfolger AE-Gold-
breiter runder Nietkopf, breite Platte.

-4 x 2 Holzstimmstöcke

Doppelt gebrückte Stimmstöcke im Diskant bei den "Teilstimmstöcken" für den tiefen Bereich.

Strickte Trennung der hohen und tiefen Töne durch getrennte und eigens geformte Stimmstöcke.
3 x 2 Holzstimmstöcke! Die Brücken für die tiefen Töne lassen andere Töne mit entsprechender Eigenresonanz mitschwingen. Dadurch wird der Ton voller und stärker. Man spürt beim Spiel auch, dass das gesamte Instrument mitschwingt. Hier die Trennun zu den Doppeltremolostimmen.

Bass:
2 x 2 Holzstimmstöcke
AE bzw. Artiste-Stimmplatten silber (erkennbar an dem "Punkt")


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3. Organola IV P
(die kleinere "Schwester" der Organola de Luxe, jedoch leichter, modernere Optik beim Diskantverdeck und klanglich im Diskant gleich - wunderschöner "italienischer" Klang mit Bugari-Stimmplatten bester Qualität: Precisa - aMano-Stimmplatten, handgestimmt)


41 Diskanttasten - Tastenlager komplett neu eingestellt
Doppeloktavstimmung, daher
11 Diskantregister mit jeweils unterschiedlichem Klang
1 Generalregister im Griffbrett
4-chöriger Diskant
(Für die Einzelwartung von Tasten mit Klavishebel und Filzklappe kann auch jede Taste einzeln herausgenommen werden.
Für die umfangreiche Überholung und Reinigung wurden die 4 Tastenmodule ausgebaut und dort jeweils die Klavisachse gezogen. So konnten die Tastenlager mit den seitlichen Führungen zur Beseitigung des seitlichen Tastenspiels neu eingestellt werden. Die Tasten laufen wieder ohne seitliches Spiel exakt parallel.)

120 Bässe
3 Bassregister
Bass 5-chörig
-geschlossener Bassdeckel für cassottoähnlichen Klang im Bass-

Die Organolas nach dem II. Weltkrieg entstanden wohl in Zusammenarbeit von Hohner mit italienischen Akkordeonbauern. Auch schon am Äußeren erkennt man den italienischen Einfluss. Dieses Instrument fällt auch äußerlich im Vergleich zu den damaligen Hohnerinstrumenten völlig "aus dem Rahmen" (Form der Diskantregistertasten, Oberfläche usw.). Die Vorkriegsmodelle der Organola wurden mit geradem Diskantbrett und noch früher mit geschweiftem Diskantbrett gebaut (sehr aufwändige Konstruktion, da alle Tasten verschieden geformt sind).

Letztere l´Organola (komplett restauriert) gehörte auch zu meiner Sammlung:


Die l´Organola war im Diskant 4-chörig mit Doppeltremolo, jedoch schärfer eingestellt und
klanglich vergleichbar mit einer Nachkriegs-Verdi V. Offensichtlich gab es auch hier eine Zusammenarbeit mit anderen Akkordeonbauern. So trägt wird das Diskantverdeck stets mit l´Organola gekennzeichnet, der Schriftzug auf dem Korpus ist mal "HOHNER" mal "L´ORGANOLA".
Die Registerschaltung erfolgte über Schieberegister auf der "runden" Seite des Diskantbretts (auf dem Foto erkennbar). Damit man dem historischen Instrument seine 100 Jahre auch ansehen konnte -unabhängig von der Konstruktion-, wurde bei der Restauration darauf verzichtet, den Schriftzug nachzuarbeiten. Stimmstöcke, Stimmenmaterial und Mechanik waren natürlich wieder wie gerade aus der Fabrik. Die für das geschweifte Diskantbrett erforderlichen Tasten wurden formgetreu aus neuem Material wieder aufgebaut (bei den alten Holzkerntasten war der Holzkern verzogen, die Perlmuttauflagen hatten sich gelöst und waren sehr stark verfärbt).
Am Verkauf dieses Instruments kann man erkennen, wie konsequent hier eine Akkordeonsammlung aufgelöst wurde. Wer da auf seine Gefühle achtet, der verkauft am Ende keines seiner geliebten Instrumente.

Nach dem Zusammenbau und dem Einstellen des Tastenhubs mit Hilfe neuer Anschlagfilze:


Alle Tasten wieder eingebaut, fehlt nur noch die Registermechanik:


Weitere Fotos:
(sehr schöne und teure Rückenriemen, passend zum Akkordeon)



Große Bassstimmplatten in T-Mensur wie bei allen großen Hohnerinstrumenten;
dreichöriger Bass:

4 Holzstimmstöcke im Diskant mit Brücken, Doppeloktavstimmung:

3 Stimmstöcke mit BUGARI Stimmplatten Precisa (a Mano, handgestimmt mit Kennzeichnung und Ritzung in der Ecke) -höchste Stimmplattenqualität für teure Profi-Instrumente-
in Kombination mit hochwertigen Platten mit H-Mensur von Hohner im oberen Stimmstock.





Hohner Bassmechanik:


Geschlossenes Bassverdeck:


Eine gelungene Synthese aus italienischer Akkordeonbaukunst und deutschem Akkordeonbau
bei Hohner in Deutschland:


"Privatverkäufe gebrauchter Instrumente ohne Garantie/Gewährleistung. Die aktuelle Spielbarkeit dokumentieren die Klang-Demos !
Alle Angaben (die Bilder eingeschlossen) dokumentieren die Instrumente." Die Instrumente haben Gebrauchsspuren und zeigen an den Balgecken die üblichen Alterungsspuren.
Diese Instrumente -mit bei den Atlantic außergewöhnlich kräftigem Bass- und beeindruckenden Tremolo-Klängen im Diskant halten klanglich und in der Ausstattung jedem Vergleich mit heutigen teuren Akkordeonen beispielhaft gut mit. Die Atlantic mit den eingebauten Rollos finden heute kaum noch etwas vergleichbares.
Die Organola mit den Bugari-Precisa-Stimmplatten (a Mano, handgestimmt und an der eingeritzten Eckenmarkierung erkennbar) ist klanglich besonders schön und hochwertig.


Alle Instrumente sind gereinigt. Die Atlantic IV und die Organola IVP sind als völlig geruchsneutral einzustufen. Die Atlantic III hat leider über den Koffer etwas Geruch, dem Alter entsprechend, angenommen; das merkt man bei der Atlantic III nach dem Umhängen des Instruments etwas, dann aber kaum noch.